"Der Westen" WAZ Gelsenkirchen Buer

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Gelsenkirchen-Resse. Als die DDR im November 1989 zusammenbrach und in Berlin die Mauer geöffnet wurde, waren Felix (17) und Nils (16) Nowack noch gar nicht auf der Welt. Die Wiedervereinigung Deutschlands kennen die beiden Resser von der Arminiusstraße nur aus den Geschichtsbüchern. Dennoch haben sie DDR-Produkte kennen und schätzen gelernt. Beide fahren auf das Zwei-takt-Gefährt Simson ab. Besser bekannt unter dem Namen Schwalbe. Und da eine keinen Sommer macht, haben sie gleich mehrere, an denen sie in ihrer Freizeit stundenlang herumschrauben.

Mit ihrer Leidenschaft für Fahrzeuge aus der DDR stehen sie nicht alleine dar. Sie gehören dem Club „Zweitaktdonner“ an. Deren Mitglieder, gut zwei Dutzend an der Zahl, fahren Schwalben, Trabis und auch ein Wartburg ist dabei. Regelmäßig treffen sie sich, tauschen sich aus, machen gemeinsame Fahrten. Eine davon führte sie ins alte Simson-Stammwerk in Suhl. 540 Kilometer entfernt. Die 4,5 PS-Maschine bringt es immerhin auf 60 Sachen. Trotzdem 16 Stunden, das ist kein Pappenstil, weiß Felix Nowack zu erzählen. Die Fahrt habe sich aber gelohnt, wie er sagt. Zum einen habe er die alten Produktionsstätten gesehen und zum anderen festgestellt, dass die dort heute noch angebotenen Ersatzteile viel zu teuer sind.

Da ist Eigeninitiative gefragt. Und die haben die beiden Gesamtschüler. Regelmäßig schauen sie sich auf Teilemärkten um. Jeden zweiten Sonntag zum Beispiel im Nordsternpark gibt es einen beliebten Markt für Bastler. Felix Nowack: „Dort ist so ziemlich alles zu bekommen.“

Die Leidenschaft für das Zweiradfahren hat auch was mit Familiengeschichte zu tun. Der Opa fuhr eine DKW, die Eltern waren ebenfalls auf Motorrädern unterwegs. Lediglich Schwester Lisa (25) Studentin, ist bislang noch unbeleckt. „Sie überlegt aber ernsthaft, aufs Motorrad umzusteigen“, sagt Felix Nowack und lacht. An Beförderungsmittel stehen genügend auf dem Hof der Nowacks herum. Neben den Simsons eine „Panonia“, ein Nachbau der 250 cm³ DKW aus den 50er Jahren aus Ungarn. Dazu kommt noch eine Kawasaki, die will Lars später einmal fahren und Felix schraubt derzeit an einer 98 PS-Susuki GTXF herum, die er bald auf der Straße bewegen wird.

Aber auch wenn er den Motorradführerschein hat, seiner Schwalbe will Felix treu bleiben und auch in den kommenden Jahren die ein oder andere Ausfahrt unternehmen. Nächsten Monat steht erst mal ein Ausflug mit der „Schwalben-Power“ in den südlichen Schwarzwald an. Bis dahin betreuen er und sein Bruder Nils den Ferienspaß in Resse. Nicht ohne Hintergedanke. Denn auch beim Berufswunsch unterscheiden sich die Brüder kaum. Lars will Erzieher und Felix will Sozialarbeiter werden.

Dieter Decker

Mit „Schwalben-Power“ unterwegs - | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/gelsenkirchen-buer/mit-schwalben-power-unterwegs-id8220676.html#plx1390077678
Die Brüder Felix (17, re.) und Nils Nowack (16) sind Mitglieder des Clubs „Zweitaktdonner Speckhorn“. Hier stehen die beiden mit ihren Maschinen (re. KR 51-2N, re. Simson SR 50 B4) vor der ehemaligen Zeche Ewald in Herten. Foto Martin Möller
Die Brüder Felix (17, re.) und Nils Nowack (16) sind Mitglieder des Clubs „Zweitaktdonner Speckhorn“. Hier stehen die beiden mit ihren Maschinen (re. KR 51-2N, re. Simson SR 50 B4) vor der ehemaligen Zeche Ewald in Herten. Foto Martin Möller

Mit „Schwalben-Power“ unterwegs

Gelsenkirchen-Resse (23.07.2013)


Als die DDR im November 1989 zusammenbrach und in Berlin die Mauer geöffnet wurde, waren Felix (17) und Nils (16) Nowack noch gar nicht auf der Welt. Die Wiedervereinigung Deutschlands kennen die beiden Resser von der Arminiusstraße nur aus den Geschichtsbüchern. Dennoch haben sie DDR-Produkte kennen und schätzen gelernt. Beide fahren auf das Zwei-takt-Gefährt Simson ab. Besser bekannt unter dem Namen Schwalbe. Und da eine keinen Sommer macht, haben sie gleich mehrere, an denen sie in ihrer Freizeit stundenlang herumschrauben.

Mit ihrer Leidenschaft für Fahrzeuge aus der DDR stehen sie nicht alleine dar. Sie gehören dem Club „Zweitaktdonner Speckhorn“ an. Deren Mitglieder, gut zwei Dutzend an der Zahl, fahren Schwalben, Trabis und auch ein Wartburg ist dabei. Regelmäßig treffen sie sich, tauschen sich aus, machen gemeinsame Fahrten. Eine davon führte sie ins alte Simson-Stammwerk in Suhl. 540 Kilometer entfernt. Die 4,5 PS-Maschine bringt es immerhin auf 60 Sachen. Trotzdem 16 Stunden, das ist kein Pappenstil, weiß Felix Nowack zu erzählen. Die Fahrt habe sich aber gelohnt, wie er sagt. Zum einen habe er die alten Produktionsstätten gesehen und zum anderen festgestellt, dass die dort heute noch angebotenen Ersatzteile viel zu teuer sind.

Da ist Eigeninitiative gefragt. Und die haben die beiden Gesamtschüler. Regelmäßig schauen sie sich auf Teilemärkten um. Jeden zweiten Sonntag zum Beispiel im Nordsternpark "bei Karl am Kanal" gibt es einen beliebten Markt für Bastler. Felix Nowack: „Dort ist so ziemlich alles zu bekommen.“

Die Leidenschaft für das Zweiradfahren hat auch was mit Familiengeschichte zu tun. Der Opa fuhr eine DKW, die Eltern waren ebenfalls auf Motorrädern unterwegs. Lediglich Schwester Lisa (25) Studentin, ist bislang noch unbefleckt. „Sie überlegt aber ernsthaft, aufs Motorrad umzusteigen“, sagt Felix Nowack und lacht. An Beförderungsmittel stehen genügend auf dem Hof der Nowacks herum. Neben den Simsons eine „Panonia“, ein Nachbau der 250 cm³ DKW aus den 50er Jahren aus Ungarn. Dazu kommt noch eine Kawasaki, die will Nils später einmal fahren und Felix schraubt derzeit an einer 98 PS-Susuki GTXF herum, die er bald auf der Straße bewegen wird.

Aber auch wenn er den Motorradführerschein hat, seiner Schwalbe will Felix treu bleiben und auch in den kommenden Jahren die ein oder andere Ausfahrt unternehmen. Nächsten Monat steht erst mal ein Ausflug mit der „Schwalben-Power“ in den südlichen Schwarzwald an. Bis dahin betreuen er und sein Bruder Nils den Ferienspaß in Resse. Nicht ohne Hintergedanke. Denn auch beim Berufswunsch unterscheiden sich die Brüder kaum. Nils will Erzieher und Felix will Sozialarbeiter werden.

 

Dieter Decker

Mit „Schwalben-Power“ unterwegs - | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
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